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Zum 31. Dezember 2011 werden sich die Spätfolgen der Schuldrechtsreform aus dem Jahr 2002 bemerkbar machen. Dann endet die so genannte „absolute Verjährungsfrist“, die im Zuge der neuen Verjährungsregelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs ab 1. Januar 2002 in das Gesetz eingebaut wurde. Davon betroffen sind alle Anleger, die bis Ende 2001 beispielsweise eine Kapitalanlage in Form einer geschlossenen Fondsbeteiligung oder atypisch stillen Beteiligung gezeichnet haben und aufgrund fehlerhafter Anlageberatung heute noch Ansprüche anmelden könnten.

 

Jahr für Jahr reklamieren private Anleger in Deutschland Millionenverluste durch unseriöse Anlageprodukte und fehlerhafte Anlageberatung. Allerdings treten die Verluste häufig nicht sofort zutage, sondern es zeigt sich erst nach einigen Jahren, dass Versprechungen des Anlageberaters sich als fehlerhaft herausstellen. Insbesondere bei Beteiligungsmodellen, die auch als „geschlossene Fonds“ bezeichnet werden, zeigt sich das wahre Ausmaß der Verluste zuweilen erst nach Jahren.

Wenn jedoch Anleger gegenüber dem Berater Ansprüche auf Schadenersatz geltend machen wollen, müssen sie die Verjährungsfrist beachten. Denn im deutschen Recht gilt der Grundsatz, dass nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne Haftungsansprüche wegen Verjährung verfallen. Die Regelverjährungsfrist wurde im Zuge der Schuldrechtsreform mit Wirkung zum 1. Januar 2002 von 30 Jahren auf drei Jahre gekürzt. Hat der Anleger jedoch erst später Kenntnis von den anspruchsbegründenden Tatsachen erhalten, konnte er auch später ab dem Zeitpunkt der Kenntnis noch wegen falscher Beratung vorgehen.

Eigentlich hätte dies zur Folge gehabt, dass Ansprüche, die aus einem Vertragsabschluss im Jahr 1999 entstanden sind, erst Ende 2029 verjähren, während ein Anspruch aus dem Jahr 2008 aufgrund der verkürzten Frist bereits nach Ende 2011 nicht mehr geltend gemacht werden kann. Um solche drastischen Ungleichgewichte zu vermeiden, hat der Gesetzgeber mit der Schuldrechtsreform eine so genannte „absolute Verjährungsfrist“ gekoppelt.

Dabei wurde festgelegt: Spätestens zehn Jahre nach Inkrafttreten des neuen Schuldrechts verjähren auch die Ansprüche, bei denen nach altem Recht eigentlich die 30-jährige Frist gelten würde.

Damit verjähren Ansprüche aus fehlerhafter Anlageberatung, die vor dem 1. Januar 2002 entstanden sind, spätestens am 31. Dezember 2011. Maßgebend für die Entstehung des Anspruchs ist in aller Regel der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Erlangt der Anleger einer im Jahr 2000 eingegangenen Altanlage beispielsweise erst 2009 Kenntnis von einer möglichen Falschberatung, verjähren mögliche Ansprüche endgültig zum Jahresende. Wenn Anleger aus dieser Zeit ein Anlagemodell besitzen, das als sichere Kapitalanlage verkauft wurde und sich mittlerweile als Verlustbringer erwiesen hat, müssten sie noch in diesem Jahr aktiv werden. In einer Erstberatung durch einen Spezialisten für Bank- und Kapitalmarktrecht kann ermittelt werden, ob es aussichtsreich ist, noch vor Ablauf der absoluten Verjährungsfrist juristische Schritte einzuleiten. Unter den Mitgliedern der AG Bank- und Kapitalmarktrecht des DAV können ortsnah mit der Anwaltssuche geeignete Anwältinnen und Anwälte gefunden werden.

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