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14. Tag BKMR und Mitgliederversammlung
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Als die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 Insolvzenz anmeldetete, war dies ein unrühmlichen Höhepunkt in der Entwicklung der globalen Finanzkrise. Davon waren auch in Deutschland tausende Anleger betroffen, die in Anlegezertifikate der Pleitebank investiert hatten und einen Großteil ihres Geldes verloren, weil Zertifikate nicht von der Einlagensicherung abgedeckt sind.

Zwei Jahre später ist das Ringen um Schadenersatz von den Banken, die die Giftpapiere verkauft haben, für viele Betroffene noch immer eine Hängepartie. Ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) liegt noch nicht vor, und die einzelnen Landes- und Oberlandesgerichte bewerten - auch abhängig von der individuellen Situation im Beratungsgespräch - die Fälle unterschiedlich.

So verurteilte das Oberlandesgericht Frankfurt die dortige Sparkasse zu Schadenersatz, nachdem ein Anleger 7.000 Euro investiert und alles verloren hatte. Begründung: Weil die Beratung nur telefonisch erfolgt sei, sei die Sparkasse ihrer Aufklärungspflicht nicht nachgekommen (Aktenzeichen 17 U 207/09). Erst vor kurzem zog die Hamburger Privatbank Delbrück Bethmann Maffei die Berufung gegen ein anlegerfreundliches Urteil des Landgerichts zurück und erstattete dem geschädigten Anleger 93.000 Euro.

Doch nicht immer konnten die Geschädigten einen Erfolg verbuchen. So gelang es zwei Anleger nicht, vor dem Hamburger Oberlandesgericht ihre Schadenersatzforderung gegen die Sparkasse Hamburg nicht durchsetzen. Der fehlende Hinweis darauf, dass die Zertifikate nicht von der Einlagensicherung abgedeckt waren, sei nicht als Verletzung der anlegergerechten Beratung zu werten, so die hanseatischen Richter (Aktenzeichen 13 U 117/09).

Für betroffene Anleger, die noch nicht juristisch aktiv geworden sind, stellt sich somit die Frage, welches Vorgehen angesichts der differenzierten Lage ratsam ist. Wenig empfehlenswert wäre, mit der juristischen Prüfung zu warten, bis ein Urteil des BGH vorliegt - dann nämlich könnten die Geschädigten in die Verjährungsfalle tappen, weil Ansprüche aus fehlerhafter Anlageberatung nur innerhalb von drei Jahren nach dem Erwerb des Anlageproduktes geltend gemacht werden können.

Unter Umständen kann es sinnvoll sein, einen außergerichtlichen Vergleich mit der Bank zu schließen. Ob diese Variante einem Prozess vorzuziehen ist, hängt davon ab, wie hoch die von der Bank angebotene Entschädigungssumme ist und wie eindeutig sich die Beweislage in Bezug auf schwerwiegende Beratungsmängel darstellt. Welche Strategie die besten Erfolgschancen bringt, lässt sich im Gespräch mit einem erfahrenen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht klären.

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