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Was Verbraucher über den Streit der Banken um die Abhebungsgebühren an Geldautomaten wissen sollten

Seit Monaten fechten Banken einen erbitterten Streit um die Gebühren aus, die bei der Nutzung fremder Geldautomaten in Rechnung gestellt werden. Die Kontrahenten sind auf der einen Seite im Lager der Sparkassen und Genossenschaftsbanken zu finden, die mit bundesweit mehr 40.000 Geldautomaten das dichteste Netz vorweisen können.

Auf der anderen Seite der Front stehen die Direktbanken, deren Kunden zu günstigen Konditionen auch fremde Geldautomaten nutzen können – was so manchen lokalen Banken gewaltig gegen den Strich geht. Während den Kunden von anderen Instituten aus der eigenen Bankengruppe der Zugang zum Geldautomaten gerne gewährt wird, sind die Kunden der ungeliebten Direktbank-Konkurrenz denkbar unwillkommen.

Schon vor einigen Jahren begannen viele regionale Geldinstitute damit, die Gebühren für Fremdabhebungen mit der EC-Karte kontinuierlich anzuheben. Darauf reagierten einige Direktbanken mit einem taktischen Ausweichmanöver: Sie boten ihren Kunden kostenlose Abhebungen an fremden Automaten mit der Kreditkarte anstatt mit der EC-Karte an. Grund dafür ist, dass bei Fremdabhebungen mit der Kreditkarte nicht der Betreiber des Geldautomaten die für die Nutzung fälligen Gebühren bestimmt, sondern die Kreditkartenorganisation. 1,74 Euro zahlt beispielsweise Visa pro Abhebung an den Betreiber des Geldautomaten.

Damit konnten sich die Direktbanken der Gebührenwillkür regionaler Konkurrenten entziehen – aber nur solange, bis der Streit weiter eskalierte und einige Institute ihre Automaten für fremde Kreditkarten sperrten. Seitdem wird der Streit gerichtlich ausgetragen, und auch das Bundeskartellamt prüft die Sachlage. Immerhin werden mittlerweile pro Abhebung bis zu 20 Euro in Rechnung gestellt, obwohl nach Schätzung von Bankenexperten für die betreibende Bank pro Abhebung nur Kosten von rund 60 Cent anfallen.

Direkt sind Bankkunden von den horrenden Gebühren einzelner Automatenbetreiber zwar nicht betroffen, weil die Gebühr von der kontoführenden Bank kassiert wird und diese wiederum ihren Kunden Festpreise für Fremdabhebungen in Rechnung stellt. Doch auch hier sind die Gebührensätze inzwischen drastisch gestiegen: Bis zu 10 Euro kostet das Geldabheben an fremden Automaten mit der EC-Karte. Ist der Automat für die kostengünstigere Kreditkarte gesperrt, muss der Nutzer in den sauren Apfel beißen.

Während die privaten Banken bereit sind, die Gebühren bei Fremdabhebungen auf 1,95 Euro zu deckeln, wollen die Sparkassen in die Trickkiste greifen. Dem Nutzer sollen vor dem Abhebevorgang an fremden Automaten die Gebühren angezeigt werden – und diese sollen nicht mehr wie bisher der kontoführenden Bank, sondern deren Kunden direkt in Rechnung gestellt werden. Eine Gebühren-Obergrenze lehnen die Sparkassen ab.

Diese auf den ersten Blick transparente Lösung kann jedoch dort zum Bumerang werden, wo der Weg zu anderen Geldautomaten weit ist. Während sich die Sparkassen dann in Großstädten dem Wettbewerb stellen müssten, könnten sie in ländlichen Gebieten praktisch den Preis diktieren, weil dort die private Bankenkonkurrenz kaum vertreten ist.

Aus Sicht der Verbraucher wäre die Umsetzung des Vorschlags aus dem Lager der Privatbanken mit einer Obergrenze von weniger als zwei Euro eine praktikable Lösung dieses Problems. Ohne Deckelung der Gebühren ist zu befürchten, dass bei fehlender Konkurrentz die lokale Marktmacht als Lizenz zum Kassieren missbraucht wird. Mit einer verbindlichen Selbstverpflichtung können die Banken verhindern, dass ihnen das Limit vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird.

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