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14. Tag BKMR und Mitgliederversammlung
am 9./10. Nov. 2017 in Berlin
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Ähnlich wie bei Medikamenten soll es nach dem Willen der Bundesregierung auch Zusatzinformationen für Anleger geben. Das hat die Ministerrunde nun in Form eines Kabinettsbeschlusses festgezurrt. Auf maximal drei DIN-A-4-Seiten sollen Anleger über wichtige Eckpunkte des Finanzproduktes informiert werden:

  1. Grundlageninformation. Der Verbraucher erfährt, zu welcher Anlagekategorie das Produkt gehört und wer der Anbieter ist.
  2. Funktionsweise. Hier wird erklärt, wie das Anlageprodukt funktioniert und ob es feste oder offene Laufzeiten sowie feste oder veränderliche Erträge gibt.
  3. Risiken und Renditechancen. Der Leser kann hier sehen, ob es Schwankungs- oder Ausfallrisiken gibt und ob die Anlageform durch die Einlagensicherung abgedeckt ist. Auch die Erwähnung von Währungsrisiken muss, wenn diese relevant sind, an dieser Stelle erfolgen. Darüber hinaus sollen die Anbieter dem Verbraucher einen Überblick über die Renditechancen geben. Bei Sparbriefen mit festem Zins ist das einfach zu bewerkstelligen. Fragwürdig wird die Aussagekraft bei Fonds, deren Rendite starken Schwankungen unterliegt.
  4. Kosten und Provisionen. Die Bank muss angeben, ob sie für den Verkauf des Produktes eine Provision erhält und welche Kosten dem Anleger für Erwerb und Verwaltung der Kapitalanlage entstehen.

Allerdings bleiben Fragen offen, denn mit dem Beipackzettel alleine erhält der Verbraucher noch lange keine Information darüber, ob die ihm angebotene Geldanlage im Vergleich zu anderen Anbietern günstig ist oder nicht. Auch bei der Darstellung von Risiken und Renditechancen bleibt die Aussagekraft begrenzt, weil sich beispielsweise bei Fonds zwar die Durchschnittsrenditen der Vergangenheit einfach hochrechnen oder fiktive Renditen einsetzen lassen. Doch welche konkreten Auswirkungen dies auf die finanzielle Lage in der Zukunft haben kann, lässt sich nur mit einer fundierten und ganzheitlichen Beratung ermitteln.

Fazit:

Angesichts des teilweise immensen Vertriebsdrucks auf Bankberater und Finanzvermittler sollten weder Beipackzettel noch Anlageprotokoll als wirksame Vorbeugung vor Fehlentscheidungen eingestuft werden. Der Beipackzettel - sofern er in dieser Form als Gesetz verabschiedet wird - mag ein nützliches Beiwerk sein. Doch entscheidend für den langfristigen Anlageerfolg bleibt die anleger- und fachgerechte Beratung, die alleine den Interessen des Anleger geschuldet sein sollte. Insofern ist die Analogie zum Arzneimittel stimmig: Auch bei einem Medikament kann der Beipackzettel die sorgfältige ärztliche Diagnose nicht ersetzen. Nur mit dem Unterschied, um bei diesem Vergleich zu bleiben, dass der Arzt nicht von den Pharmaunternehmen, sondern von der Krankenkasse des Patienten bezahlt wird.

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