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Mit einem Richterspruch zu Gunsten der Deutschen Telekom fand der größte deutsche Anlegerprozess sein vorläufiges Ende. Letzte Klarheit in diesem Fall wird es jedoch erst vor dem Bundesgerichtshof geben.

Seit fast einem Jahrzehnt zog sich der größte Prozess hin, den Anleger gegen ein börsennotiertes Unternehmen führten. 17.000 Kleinaktionäre klagten gegen die Deutsche Telekom wegen angeblicher Fehler im Börsenprospekt, nachdem sie nach dem dritten Börsengang im Jahr 2000 herbe Kursverluste zu verbuchen hatte. Weil die Justiz der Klageflut nicht mehr Herr wurde, schuf die Bundesregierung im Jahr 2005 das Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG), um Anlegern eine Sammelklage zu ermöglichen.

Seitdem zog sich der Telekom-Prozess über Jahre vor dem Frankfurter Oberlandesgericht hin, die Urteilsverkündung wurde mehrfach verschoben. Nun haben die Richter ihr Urteil gefällt, in dem die Deutsche Telekom von den Vorwürfen der Kleinaktionäre entlastet wird.

Kernaussage des Urteils: Die von den klagenden Anlegern beanstandeten Darstellungen der Deutschen Telekom zur Übernahme zweier US-amerikanischer Mobilfunkunternehmen und zur Bewertung der konzerneigenen Immobilien seien korrekt gewesen. Dies habe die Prüfung der Unterlagen sowie die Vernehmung von rund 20 Zeugen, darunter auch die ehemaligen Telekom-Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer und Kai-Uwe Ricke, ergeben.

Auch das strittige Verfahren bei der Immobilienbewertung ist nach Ansicht der Richter rechtens gewesen. Die Deutsche Telekom hatte ihre Immobilien in einem so genannten Cluster-Verfahren bewertet, bei dem nicht für jede einzelne Immobilie eine individuelle Wertermittlung durchgeführt, sondern eine Vielzahl gleichartiger Immobilien zu Bewertungseinheiten zusammengefasst wird.

Damit haben die Telekom-Kleinanleger eine Niederlage eingesteckt. Ob diese endgültig ist, wird erst eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs erweisen. Die Revision wurde nach Aussage des Anlegeranwalts bereits eingereicht.

Link zur Meldung des OLG Frankfurt

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